Die Ukraine auf der Leipziger Buchmesse 2026

Die Flagge der Ukraine ausgefüllt auf das ganze Bild.

Die Ukraine ringt weiterhin um ihre Freiheit und kulturelle Identität – ein Kampf, der mit großen Opfern verbunden ist. Wie der Krieg das Land verändert und wie ukrainische Autor:innen diese existenzielle Erfahrung literarisch verarbeiten, spiegelt sich in zahlreichen Veranstaltungen auf der Leipziger Buchmesse wider. Auf der Ukraine-Bühne und im Café Europa zeigt sich die beeindruckende künstlerische Bandbreite einer Nation, die unbeirrt für ihre Zukunft kämpft.

Besucherinnen am Messestand Ukraine auf der Leipziger Buchmesse 2023

Programm zur Ukraine auf der Leipziger Buchmesse 2026

Programm am Ukraine-Stand (Halle 4 / Stand D311)

Programm auf der Leipziger Buchmesse mit Fokus auf alle Veranstaltungen zum Thema Ukraine

Besucher:innen finden den Messestand der Ukraine in Halle 4, D311. Hinzu kommen ausgewählte Veranstaltungen im Café Europa in Halle 4, E401. An beiden Orten bringt die Leipziger Buchmesse wichtige Stimmen aus der Ukraine auf die Bühne, die bewegende Einblicke in ein Land im Kriegszustand geben und zahlreiche neue deutsche Übersetzungen ukrainischer Werke vorstellen.

Zwischen Widerstand Verantwortung und Zukunft

Die feierliche Eröffnung des ukrainischen Standes findet am 19. März statt. Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), wird den Stand eröffnen.

Mit Wolodymyr Jermolenko kommt am 19. März eine der markantesten intellektuellen Stimmen der Ukraine nach Leipzig. Der Philosoph spricht über seinen neuesten Essayband „Eine Kultur des Trotzdem“ (edition.fotoTAPETA), über Freiheit und Selbstbehauptung – und darüber, wie die Ukraine nicht nur um ihr eigenes Überleben kämpft, sondern auch Europas demokratische Idee verteidigt.

Zwischen politischer Klarheit und feinem Humor bewegt sich die Autorin Evheniia Kuznetsova: in der Diskussion über Hass und Rechtsextremismus ebenso wie in ihrem Buch „Cooking in Sorrow“, einem sowohl ironischen als auch liebevollen Blick auf die ukrainische Kultur durch die Küche. Von ihr kann das Messepublikum am 19. März lernen, wie die Ukrainer:innen selbst in der größten Not lachen und aus allem, was verfügbar ist, köstliche Speisen zubereiten.

Tamara Hundorova, eine der wichtigsten Literaturwissenschaftlerinnen der Ukraine, rückt am 20. März Frauen in den Mittelpunkt, die Tradition und Kanon herausforderten und die kulturelle Moderne der Ukraine prägten. In ihrem Beitrag „Frauen in der Literatur“ stellt sie Schriftstellerinnen wie Lesja Ukrajinka und Sofija Jablonska vor, die Literatur und Gesellschaft nachhaltig verändert haben.

Zwei Historiker werfen am 21. März einen neuen Blick auf deutsch-ukrainische Verflechtungen und ihre Bedeutung für die Gegenwart: Serhy Yekelchyk eröffnet mit „Ukrainische Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg“ (De Gruyter) neue Perspektiven auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und zeigt, wie Erinnerung in der Ukraine heute neu – als Teil eines europäischen Gesprächs über Demokratie und Verantwortung – gedacht wird. Martin Schulze Wessel beleuchtet in „Die übersehene Nation“ (C.H. Beck) die gemeinsame Geschichte seit dem 19. Jahrhundert.

Iryna Fingerova ist am 22. März im Rahmen des Ukraine-Programms zu Gast auf der Leipziger Buchmesse und stellt ihren Roman „Zugwind“ (Rowohlt) vor. Darin erzählt sie die Geschichte einer jungen ukrainischen Hausärztin in Deutschland, deren Leben aus dem Gleichgewicht gerät, als in ihrer Heimat Bomben fallen. Zwischen Praxisalltag, Schuldgefühlen und zerrissener Identität versucht Mira, Halt zu finden – für sich und für die vielen ukrainischen Patient:innen, die bei ihr Trost suchen.

Wie ergeht es Kindern im Krieg? Wie können Worte sie beschützen, wenn die Welt bebt? Damit die Angst nicht das letzte Wort hat, müssen auch Themen wie Krieg, Veränderungen im Alltag oder in der Familie offen mit Kindern besprochen werden. Doch wie ist man ehrlich, ohne zu überfordern, und wie können Medien, Literatur und Bilder helfen, Orientierung, Halt und Vertrauen zu geben? Darüber sprechen am 22. März Viktoria Murovana, Chefredakteurin und Produzentin für Kinderinhalte des ukrainischen Senders Suspilne, die Kinderbuchautorin Katia Mikhalitsyna, Julia Kozlovetz, Koordinatorin des International Book Arsenal Festival in Kyjiw, und die Übersetzerin Claudia Dathe.

Der diesjährige Auftritt der Ukraine ist das Ergebnis eines starken Netzwerks engagierter Partner. Der Standbau wurde durch die Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ermöglicht. Das Programm wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) gefördert sowie von der Stadt Leipzig, dem Goethe-Institut Ukraine, dem Ukrainischen Institut, dem Ukrainischen Buchinstitut und dem Mystetskyi Arsenal gefördert und mitgestaltet. Die Leipziger Buchmesse hat den Rahmen für diese Präsenz geschaffen und stellt die Standfläche zur Verfügung.

Solidarität mit der Ukraine

Die Leipziger Buchmesse verurteilt die Aggressionen der russischen Regierung und den militärischen Einmarsch in die Ukraine aufs Schärfste. Es ist ein Angriff auf staatliche Souveränität und den Frieden in Europa. Für uns als Leipziger Buchmesse sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, Respekt, Weltoffenheit und Pluralität unverzichtbar. Über politische Grenzen hinweg gehen interkulturelle Begegnungen, die Förderung des gegenseitigen Verständnisses und ganz persönliche Begegnungen zwischen Menschen einher. Unsere Gedanken sind jetzt bei unseren Partner:innen und Freund:innen in der Ukraine und der ukrainischen Bevölkerung.