Raus aus dem Körbchen, rein ins Leben
Zwischen Selbstoptimierung, Gesellschaftsanalyse und literarischem Blick auf unsere Gegenwart bündeln die Neuerscheinungen prominenter Autor:innen bei Leipzig liest viele sehr unterschiedliche Stimmen und Perspektiven – und erzählen doch vom selben Kern: davon, wie wir leben.
Das schafft zum Beispiel Daniela Katzenberger mit ihrem neuen Buch „Katze goes Muskelkater“ (Südwest Verlag, 28.01.26) auf sehr unterhaltsame und humorvolle Weise, wenn sie von ihrer Verwandlung zur Fitness-Ikone erzählt – vom fürchterlichen Tag an dem die Jeans platzte, bis zu dem Glücksmoment, an dem sie sich ein Leben ohne brennende Muskeln gar nicht mehr vorstellen konnte. Politisch pointiert wird es in „Feminismus pur. 99 Worte“ (Heyne, 11.02.26), Alice Schwarzers neuem Buch, in dem sie zentrale Begriffe unserer Zeit von A bis Z seziert – ob „Frauenbewegung“, „Geld“, „Humor“ oder „Lebensfreude“.
Die neuen alten Männlichkeitsbilder nimmt hingegen der deutsche Komiker Aurel Mertz in seinem satirischen Sachbuch-Debüt „Alpha-Boys“, (Knaur, 02.02.26) auseinander und fragt mit Witz und Ernst, warum toxische Rollenbilder wieder so anschlussfähig sind und Männer im Alter oft in eine ganz komische Peinlichkeit abrutschen. Ein weiterer Comedian, Lutz van der Horst, erzählt in seinem ersten Roman „Konfetti-Blues“ (Droemer, 03.11.25) tragikomisch und satirisch die Geschichte eines erfolglosen Comedyautors namens Max, der auf der Suche nach Liebe und Erfolg auch viele politische und gesellschaftliche Absurditäten erlebt.
Heinz Strunks Sammelband „Kein Geld, kein Glück, kein Sprit“ (Rowohlt, 15.07.25) vereint Erzählungen und Kurzgeschichten, in denen oft die Absurdität des Alltags die Hauptrolle spiel – scharf, traurig, nicht selten urkomisch. Poetisch-klangvoll wird es mit Max Prosas „Wildwuchs“, aus dem er bei einem Konzert im Rahmen seiner Tournee „Der Garten“ am 19.03. im Kupfersaal in Leipzig lesen wird.