05.02.2026 Leipziger Buchmesse

Schützenswerter denn je: eine freie, offene Gesellschaft

Das Frühjahr startet mit vielen neuen Sachbüchern zur Demokratiebewahrung. Sie bieten auf unterschiedliche Art und Weise Zugang zu den wichtigen, zentralen Fragen unserer Zeit. Wie funktioniert Demokratie heute? Wo gerät sie unter Druck? Und was ist nötig, um sie zu stärken? Bei den Lesungen im Rahmen von Leipzig liest vom 19. bis 22. März kann man unter anderem folgende Autor:innen erleben und einen ersten Eindruck von ihren neuen Werken gewinnen.

Erwartet wird unter anderem der Historiker Jörg Baberowski, der mit seinem Buch „Am Volk vorbei“ (C.H. Beck, 20.02.26) einen analytischen Blick auf die liberale Demokratie und ihre Krise richtet und hinterfragt, was Demokratie eigentlich bedeutet, warum Populismus Teil des repräsentativen Modells ist – und wie Streit und Meinungsvielfalt zur Stärke eines Systems werden können, das sich fortlaufend bewähren muss.

Mit „Raubzug von rechts“ (Goldmann, 11.03.26) untersucht Ruth Hoffmann, wie rechte Kräfte zentrale Begriffe wie Nation, Freiheit, Familie, Demokratie und Widerstand ideologisch umdeuten und für ihre Zwecke instrumentalisieren. Die Autorin zeigt, wie historische Symboliken und emotionale Codes dazu dienen, demokratische Werte zu untergraben – und wie man diesen Vereinfachungen und Verzerrungen kritisch begegnet.

In „Was geht mich das an?“ (S. FISCHER, 25.02.26) beschäftigt sich Politikinfluencer Marcel Hopp mit der Frage, warum wir Demokratie nicht mehr als gemeinsame Aufgabe sehen und wie sich der Rechtsruck stoppen lässt. Sein Buch zeigt, wie sehr Politik unser tägliches Leben beeinflusst, welche politischen Missstände herrschen, und sensibilisiert für die Pflege und Bewahrung demokratischer Grundwerte.

Der ebenfalls politisch engagierte Poet Sebastian 23 aus dem Ruhrpott, der als @mondschaf auf Instagram seine über 120.000 Follower:innen mit teils scharfen und immer humorvollen Beiträgen begeistert, hat ein Buch voller Poetry-Slam-Texte und Essays veröffentlicht: „Zusammenhaltestelle“ (bene!, 02.03.26) ruft dazu auf, sich in die aktuellen gesellschaftlichen Debatten aktiv einzumischen und Demokratie und Menschenwürde zu verteidigen.

Eva von Redecker analysiert in „Dieser Drang nach Härte“ (S. FISCHER, 11.03.26) wie sich in Politik und Gesellschaft ein autoritärer Impuls breitmacht, der auf Kontrolle, Strafe und Entwertung von Verletzbarkeit setzt. Zugleich plädiert sie für eine andere politische Haltung, die Fürsorge, Verletzbarkeit und solidarische Beziehungen ins Zentrum rückt, um autoritären Tendenzen etwas entgegenzusetzen.

Das Sachbuch „Das Ende der Wahrheit“ (DuMont, 16.09.25) der Juristin und Verfassungsrichterin Elisa Hoven zeigt anhand von Beispielen aus Migrationspolitik, Coronapandemie und Klimadebatte, wie Falschinformationen, einseitige Berichterstattung, Social Bots und Deepfakes das Vertrauen in demokratische Institutionen aushöhlen und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse verzerren.

Das Programm mit allen Autor:innen wird am 19. Februar veröffentlicht.

Marcel Hopp (Copyright: Marcus Hoehn)
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