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Global gespalten

Wie Repräsentationen von armen Frauen aus dem Süden unser Wissen über die Welt bestimmen

Messegelände
15:00 - 15:45 Uhr Sa. 21. März
Veranstalter: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Kurzbeschreibung

Der Vortrag zeigt, wie Sprachbilder die Welt in ‚globalen Norden‘ und ‚globalen Süden spalten.

Beschreibung

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Ihren Blick auf die Kartierung der Welt in ‚globalen Süden‘ und ‚globalen Norden‘ lenkt? Der Vortrag veranschaulicht die gesellschaftlich relevanten Ergebnisse der religionswissenschaftlich-theologischen Untersuchung von Repräsentationen in der Entwicklungsarbeit. Am Beispiel kirchlicher Bewusstseinsbildung zum Thema Fairer Handel wird gezeigt, dass vermeintlich objektive kulturell-geografische Gegebenheiten auf stereotypen Imaginationen von Frauen beruhen, die fair gehandelte Produkte herstellen. Sie werden als Marginalisierte festgeschrieben, die an patriarchalen, ökonomischen, kulturellen und religiösen Bedingungen litten. Fair-Handels-Produzentinnen sind auf ihr Muttersein, auf ihre ärmlichen Lebensverhältnisse, auf ihr Betroffensein von männlicher Gewalt sowie auf ihre abgeschiedene Wohnstätte festgelegt. Gleichzeitig rufen derartige Repräsentationen Vorstellungen von ‚emanzipierten Europäerinnen‘ als globalen weiblichen Standard hervor. Durch diese vergleichende Gegenüberstellung wird der sogenannte globale Norden als Norm festgesetzt, an der der sogenannte globale Süden zur rückschrittlichen Ableitung wird. Diese Erkenntnisse über kulturelle Hierarchisierungen erfordern eine Revision von Entwicklungsarbeit. Es gilt, die sprachlichen Bilder von Produzentinnen in den Bildungsmaterialien zu variieren. Die Frau, die fair gehandelt Produkte herstellt, ist weder nur Erzeugerin noch bloß mehrfach unterdrückt.

Mitwirkende:r

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Forum UNIBUND  (Halle 2, C301)

Aussteller